Hobbyhorses oder „Steckenpferde“ kennt wohl jeder. Sie sind weltweit bekannt und als Kinderspielzeug sehr beliebt.
Als professioneller Sport wurde Hobbyhorsing erstmals in Finnland bekannt und verbreitete sich von dort aus über den Rest der Welt. Beim Hobbyhorsing reiten vorwiegend Jugendliche auf hochwertigen, oft selbst angefertigten Steckenpferden – den sogenannten Hobbyhorses. Im Gegensatz zu den typischen Spielzeug-Steckenpferden sind diese aber hochwertiger, realistischer geformt und haben einen kürzeren Stab. Dieser kommt dem/der Sportler*in beim Training nicht so schnell in die Quere.
Hobbyhorsing ist kombiniertes Kraft- und Ausdauertraining und schult außerdem die Koordination und das Einschätzen von Distanzen. Wer öfter mit Hobbyhorse in der Natur unterwegs ist, erhält zudem ein gutes Gefühl für verschiedene Untergründe und eine Menge Frischluft.
Beinahe alles, was man mit einem echten Pferd machen kann, kann man auch mit einem Hobbyhorse tun. Springen und Dressur sind die beliebtesten Disziplinen, aber auch Western- , Gelände- und Geschicklichkeitsreiten kommen vor. Dabei ist Hobbyhorsing aber kein Ersatz für echten Reitsport, sondern eine eigene Sportart mit komplett anderen Anforderungen an den/die Sportler*in. Tatsächlich reiten viele Hobbyhorser*innen aber auch auf echten Pferden. Die eine Sportart schließt die andere nicht aus und in einigen Punkten ergänzen sie sich sogar sehr gut.

Die Hobbyhorsing Disziplinen
Springen
Beim klassischen Springen (auch Showjumping genannt) wird mit dem Hobbyhorse ein ganzer Parcours aus mehreren Hürden in einer vorgegebenen Reihenfolge bewältigt. Dabei kann das Haupt-Augenmerk auf der Sprunghöhe, der Geschwindkeit oder der Sprungtechnik liegen.
Dressur
Hobbyhorse-Dressur orientiert sich am klassischen Dressurreiten mit echten Pferden. Hierbei wird eine Abfolge von genau festgelegten Schritten und Bewegungen geritten und die Haltung des Hobbyhorses entsprechend angepasst. Der Fokus liegt hier auf Genauigkeit, Eleganz und Ausdauer.
Western
Auch beim Westernreiten geht es um Präzision, doch der Fokus liegt eher auf Losgelassenheit. Es werden z.B. vorgegebene Patterns geritten, oder Parcours mit Hindernissen des Ranch-Alltags bewältigt. Auch Speed-Classes wie Pole Bending und Barrel Racing sind beliebt.
Für die Disziplinen Springen, Dressur und Western verfügt Hobbyhorsing über ein eigenes genaues Regelwerk, das bei den meisten Wettbewerben in Finnland zum Einsatz kommt. Dieses findet man (in englischer Sprache) auf der Website der Finnish Hobbyhorse Association. Natürlich steht es allen Menschen frei, Hobbyhorsing auf ihre ganz eigene Art und Weise auszuüben, doch wer irgendwann an internationalen Wettbewerben teilnehmen möchte, sollte sich davor mit den Regeln beschäftigen.
Wieso Hobbyhorsing und nicht ein bekannterer Sport wie z.B. Leichtathletik?
Den entscheidenden Unterschied macht eben das Hobbyhorse! Hobbyhorses sehen einfach toll aus und wenn man Pferde mag, macht ein Hobbyhorse den „Standard“-Sport einfach nochmal um einiges interessanter. Die Reitersicht eines Hobbyhorses ist der eines echten Pferdes nämlich tatsächlich ähnlich. Außerdem macht es einfach Spaß, ein schönes Sportgerät zu haben und es zu benutzen.
